AutoAnalyse 131

Die besten Dashcams

Eine Dashcam kauft man für den einen Moment, in dem es darauf ankommt: einen Unfall, eine Beinahe-Kollision, ein beschädigtes geparktes Auto. Ob die Aufnahme dann ein lesbares Kennzeichen zeigt, hängt weniger vom „4K“ auf dem Karton ab als vom Sensor, der Bildrate, dem Umgang der Kamera mit Hitze und davon, ob der Parkmodus tatsächlich verkabelt wurde.

Wir haben zehn reine Front- und Front-Heck-Dashcams verglichen, die im Oktober 2026 in der EU erhältlich sind, von 114 bis 750 €, von sieben Marken: Nextbase, Viofo, Nordväl, Garmin, BlackVue, Mio und Kenwood. Bei jeder haben wir geprüft, was der Hersteller zu Bildsensor, Videomodi, Speicher, Parkmodus und Zusatzhardware angibt, was Besitzer bei einem großen EU-Händler sagen und ob ein unabhängiger Test lesbar war.

Das zentrale Ergebnis: Keine der zehn Seiten, die wir lesen konnten, nannte einen Betriebstemperaturbereich oder die Art der Stromreserve, und drei Marken nennen ihren Bildsensor überhaupt nicht. Außerdem erklären wir die Rechtslage, die von Land zu Land verschieden ist.

Methodische Anmerkung

Dieses Ranking ist eine Desk-Recherche, kein Praxistest. Die technischen Daten stammen von den Produktseiten der Hersteller, sofern wir sie öffnen konnten (Viofo, Nextbase, BlackVue, Kenwood); bei Garmin, Mio und Nordväl konnten wir keine Herstellerseite öffnen, daher stammen Daten und Produktlink vom Händler Coolblue (Niederlande) und sind entsprechend gekennzeichnet. Preise sind Coolblue-Preise vom Oktober 2026 (bei Nextbase 622GW und 522GW, Garmin X310, BlackVue Elite 10-2CH und Mio 956W Dual der Preis aus Coolblues Kategorieübersicht); die gesehenen Herstellerpreise waren in US-Dollar und wurden nicht verwendet. Besitzerwertungen sind Coolblue-Durchschnitte; mehrere Produkte hatten keine oder sehr wenige Bewertungen. Modellbezogene Ergebnisse von Which? (Bezahlschranke), ADAC oder Stiftung Warentest konnten wir nicht lesen, daher ist die Beweisnote durchweg niedrig. Bildqualität, Hitzefestigkeit und App-Sicherheit haben wir nicht selbst getestet. Die Rechtsinformationen beruhen auf EU-Recht und Rechtsprechung, die wir öffnen konnten; nationale Hinweise (BGH, CNIL, AEPD, niederländische AP, österreichische DSB) ließen sich nicht öffnen und werden nicht zusammengefasst.

Nextbase 622GW — Produkt mit der besten Bewertung 7.1BPR-Bewertung
Unsere Empfehlung Nextbase 622GW

Schlüsselparameter

Frontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate

Der Sensor bestimmt, wie viel Licht die Kamera nachts einfängt, die Bildrate, wie viele Chancen man hat, ein vorbeifahrendes Kennzeichen festzuhalten. Beides übernehmen wir von der Herstellerseite, wenn sie sich öffnen ließ, sonst vom Händler, und schreiben „Sensor nicht angegeben“, wo kein Modell genannt ist.

So bewerten wir ↗

Veröffentlicht:
Aktualisiert:
10analysierte Produkte
Desk-Recherche, Oktober 2026Umfang der Analyse
€0Einnahmen von Herstellern
  1. Testsieger nach Punkten

    Nextbase 622GW

    • 4K at 30 fps, 1440p at 60 fps, 1080p at 120 fps — sensor not published by NextbaseFrontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 347 €Verkaufspreis
    Details

    Die Kamera mit den besten Bewertungen in diesem Vergleich bei Coolblue (8,8/10 aus 14 Rezensionen) und den vollständigsten Angaben zu Bildraten, doch Nextbase nennt den Bildsensor nicht und eine Heckkamera liegt nicht bei.

    • Beste Bewertungen
    • Nur Front
    • Touchscreen
    • Emergency SOS
    • Stärken
    • 4K30, 1440p60 und 1080p120 angegeben
    • 140° Blickwinkel, sechslinsiges f1.3-Objektiv
    • 10-Hz-GPS (GPS + GLONASS) und Bluetooth 5.0
    • 3-Zoll-IPS-Touchscreen
    • 8,8/10 aus 14 Coolblue-Rezensionen
    • Schwächen
    • Bildsensor nicht angegeben
    • Betriebstemperatur und Art der Stromreserve nicht angegeben
    • microSD nur bis 128 GB (Coolblue)
    • Keine Heckkamera im Lieferumfang

    7.1 / 10befriedigend

  2. Beste Datenlage

    Viofo A329S 2CH

    • Sony STARVIS 2 IMX678 (1/1.8", 8 MP), 4K at 60 fps front; IMX675 (1/2.8", 5 MP) 2K HDR rear — published by ViofoFrontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 380 €Verkaufspreis
    Details

    Die am vollständigsten dokumentierte Kamera im Ranking: Beide Sensoren sind mit Größe genannt, vorn wird 4K mit 60 fps aufgezeichnet, und der Stromsparmodus fürs Parken nennt seine Stromaufnahme. Bei Coolblue noch keine Besitzerbewertungen.

    • Beste Datenlage
    • Front + Heck
    • 4K60
    • SSD-Unterstützung
    • Stärken
    • Beide Sensoren genannt: IMX678 1/1,8" vorn, IMX675 1/2,8" hinten
    • 4K mit 60 fps vorn, 2K HDR hinten
    • microSD bis 512 GB plus SSD bis 4 TB über USB 3.0
    • Parkmodus unter 40 mA bei 12,6 V
    • WLAN 6 (5 GHz), GPS integriert, CPL-Filter im Karton
    • Schwächen
    • Festeinbau-Kit HK6 für Hybrid-Parkmodus nötig, nicht enthalten
    • Bitrate, Blickwinkel und Temperaturbereich nicht angegeben
    • Noch keine Coolblue-Bewertungen
    • 380 € vor Karte und Festeinbau-Kit

    7.0 / 10befriedigend

  3. Preis-Leistungs-Tipp

    Nextbase 522GW

    • 1440p at 30 fps, 1080p at 60 fps — sensor not published by NextbaseFrontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 242 €Verkaufspreis
    Details

    Die meistbewertete Kamera dieses Vergleichs bei Coolblue (8,0/10 aus 34 Rezensionen), mit eingebautem Polfilter und derselben 140°-f1.3-Optik wie die 622GW, aber ohne 4K und ohne genannten Sensor.

    • Meistbewertet
    • Preis-Leistung
    • Nur Front
    • Polfilter integriert
    • Stärken
    • 8,0/10 aus 34 Coolblue-Rezensionen – größte Stichprobe im Vergleich
    • Eingebauter Polfilter
    • 140° Blickwinkel, f1.3-Objektiv
    • 10-Hz-GPS und 3-Zoll-Touchscreen
    • 242 €
    • Schwächen
    • Kein 4K: maximal 1440p mit 30 fps
    • Bildsensor nicht angegeben
    • microSD nur bis 128 GB
    • Besitzer berichten von gelegentlichen Fehlauslösungen im Parkmodus

    6.9 / 10ausreichend

  4. Günstigstes 2-Kanal-Set

    Nordväl DC202-2CH 4K (64 GB)

    • Sony IMX415, 4K at 30 fps front; 2K rear — as listed by Coolblue (manufacturer page not opened)Frontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 233 €Verkaufspreis
    Details

    Das günstigste Front-Heck-4K-Set dieses Vergleichs mit genanntem Sensor und 64-GB-Karte im Karton, gestützt auf 33 Coolblue-Rezensionen (7,6/10). Die Daten stammen vom Händler, nicht von Nordväl.

    • Bester Wert 2-Kanal
    • Front + Heck
    • Karte inklusive
    • Ohne Display
    • Stärken
    • Front + Heck mit 64-GB-Karte für 233 €
    • Genannter Frontsensor (IMX415), 4K mit 30 fps
    • 5-GHz-WLAN, GPS, Bluetooth 4.2
    • 7,6/10 aus 33 Coolblue-Rezensionen
    • Schwächen
    • Daten nur vom Händler; keine Herstellerseite geöffnet
    • Hecksensor und Blickwinkel nicht angegeben
    • Besitzer berichten von schwächeren Heckaufnahmen bei wenig Licht
    • Kein Festeinbau-Kit, kein Display

    6.9 / 10ausreichend

  5. Günstigste

    Garmin Dash Cam Mini 3

    • 1080p at up to 30 fps — sensor not published (retailer data; Garmin page not opened)Frontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 114 €Verkaufspreis
    Details

    Eine 1080p-Kamera in Schlüsselgröße ohne Display, mit 140°-Objektiv und mindestens vier Jahren Garantie bei Coolblue für 114 €. Klein und unauffällig, aber kein 4K, kein genannter Sensor und keine Karte im Karton.

    • Günstigste
    • Kompakteste
    • Nur Front
    • 4 Jahre Garantie
    • Stärken
    • 114 € – günstigste im Ranking
    • Sehr klein: 30 g, 5,2 × 3,2 × 2 cm
    • 140° Sichtfeld
    • microSD bis 512 GB
    • Mindestens vier Jahre Garantie (Coolblue)
    • Schwächen
    • Nur 1080p, maximal 30 fps
    • Bildsensor nicht angegeben
    • Kein Display und keine Karte im Karton
    • Garmin-Seite nicht erreichbar; GPS nicht von Garmin bestätigt

    6.9 / 10ausreichend

  6. Garmin Dash Cam X310

    • 4K — sensor not published (retailer data; Garmin page not opened)Frontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 300 €Verkaufspreis
    Details

    Garmins 4K-Kamera mit 2,4-Zoll-Touchscreen, 140° Sichtfeld und mindestens vier Jahren Garantie bei Coolblue. Nur zwei Besitzerbewertungen, und die Daten stammen vom Händler, weil Garmins Seite nicht lud.

    • 4K
    • Touchscreen
    • Nur Front
    • 4 Jahre Garantie
    • Stärken
    • 4K-Frontaufnahme
    • 2,4-Zoll-Touchscreen
    • 140° Sichtfeld
    • microSD bis 512 GB
    • Mindestens vier Jahre Garantie (Coolblue)
    • Schwächen
    • Bildsensor und Bitrate nicht angegeben
    • 4K-Bildrate in Händlerdaten unklar
    • Nur 2 Coolblue-Rezensionen
    • Festeinbau-Kabel nicht enthalten

    6.5 / 10ausreichend

  7. BlackVue Elite 10-2CH (64 GB)

    • Sony STARVIS 2 IMX678 front, 4K at 30 fps; 4K rear (STARVIS 2) — BlackVue and CoolblueFrontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 750 €Verkaufspreis
    Details

    BlackVues Flaggschiff-Set zeichnet vorn und hinten in 4K mit STARVIS-2-Sensoren auf, nimmt Karten bis 1 TB und geht über ein optionales LTE-Modul online. Mit 750 € die teuerste Kamera im Vergleich, ohne Bewertungen bei Coolblue.

    • Premium
    • 4K Front + Heck
    • Cloud-fähig
    • 1-TB-Karten
    • Stärken
    • 4K vorn und hinten, STARVIS-2-Sensoren
    • Frontsensor genannt: IMX678
    • Karten bis 1 TB; 64 GB enthalten
    • 5-GHz-WLAN, GPS, Bluetooth 5.3
    • Besonders stromsparender Parkmodus
    • Schwächen
    • 750 € – teuerste im Ranking
    • LTE für Cloud ist ein optionales Zusatzmodul
    • Blickwinkel, Temperaturbereich und Hecksensor-Modell nicht angegeben
    • Noch keine Coolblue-Bewertungen

    6.3 / 10ausreichend

  8. Mio MiVue 956W Dual

    • 4K at 30 fps front — sensor not published (retailer data; Mio page not opened)Frontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 280 €Verkaufspreis
    Details

    Ein Front-Heck-Set in 4K mit 2,7-Zoll-Display, GPS, WLAN und mindestens drei Jahren Garantie bei Coolblue. Sensor, Blickwinkel und Parkmodus-Details waren auf der lesbaren Seite nicht angegeben.

    • Front + Heck
    • Display
    • 3 Jahre Garantie
    • Stärken
    • Front-Heck-Set für 280 €
    • 4K mit 30 fps vorn
    • 2,7-Zoll-Display
    • GPS und WLAN mit App-Sicherung
    • Mindestens drei Jahre Garantie (Coolblue)
    • Schwächen
    • Sensor und Blickwinkel nicht angegeben
    • Parkmodus in Händlerdaten nicht spezifiziert
    • Mio-Seite nicht erreichbar
    • Nur eine Coolblue-Bewertung

    6.2 / 10ausreichend

  9. BlackVue DR590X-2CH Plus (32 GB)

    • Sony STARVIS, 1080p at 60 fps front (BlackVue) — sensor model not publishedFrontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 306 €Verkaufspreis
    Details

    BlackVues Einstiegs-Zweikanalset zeichnet vorn und hinten in Full HD auf, mit WLAN und BlackVue-Cloud-Ökosystem, doch GPS hängt von der Version ab und 306 € sind viel für 1080p.

    • Cloud-fähig
    • Front + Heck
    • Kompakt
    • Stärken
    • Full HD Front + Heck
    • Integriertes WLAN, BlackVue-Cloud-Ökosystem
    • Festeinbau-Kabel im Lieferumfang (BlackVue)
    • Klein: 88 g
    • Karten bis 512 GB
    • Schwächen
    • Nur 1080p für 306 €
    • GPS extern oder separat, je nach Version
    • Bildrate weicht ab: BlackVue (60 fps) vs. Coolblue (30 fps)
    • Sensormodell, Blickwinkel und Temperaturbereich nicht angegeben

    6.1 / 10ausreichend

  10. Kenwood DRV-A610W

    • 8.4 MP CMOS (1/2.8" per Coolblue), 3840×2160 at 30 fps — sensor model not published by KenwoodFrontsensor sowie Aufnahmeauflösung und Bildrate
    • 199 €Verkaufspreis
    Details

    Eine kompakte 4K-Kamera mit ungewöhnlich konkretem europäischem Datenblatt bis hin zu Aufnahmeminuten pro Kartengröße, doch das Besitzerfeedback bei Coolblue ist schwach (3,8/10 aus 2 Rezensionen), und der Parkmodus braucht ein Zusatzkit.

    • Klares Datenblatt
    • Kompakt
    • Heck optional
    • Stärken
    • Ausführliches Kenwood-Datenblatt inkl. Minuten pro Kartengröße
    • 3840×2160 H.265 mit 30 fps, F1.8-Objektiv, 135,6° diagonal
    • 64-GB-Karte enthalten (240 min)
    • GPS, WLAN, 12 V/24 V
    • Optionale Heckkamera KCA-R210
    • Schwächen
    • 3,8/10 aus 2 Coolblue-Rezensionen (App- und USB-C-Probleme)
    • Parkmodus braucht optionales CA-DR1130-Kit
    • microSD nur bis 256 GB
    • Sensormodell und Temperaturbereich nicht angegeben

    5.9 / 10mangelhaft

sehr gut9.0 – 10Maßstab in seiner Kategorie
gut8.0 – 8.9kleine Abstriche, sichere Wahl
befriedigend7.0 – 7.9solide, aber hinter den Besten
ausreichend6.0 – 6.9deutliche Schwäche in einem Bereich
mangelhaftunter 6.0nicht in der Rangliste veröffentlicht

Bewertungen nur innerhalb dieser Kategorie vergleichbarSignifikanzschwelle: ±0,15 Pkt.

7.1 Unser Fazit

Keine Dashcam hier ist vollständig dokumentiert, aber manche kommen dem deutlich näher als andere. Die Nextbase 622GW führt dank der Kombination aus angegebenen Videomodi und der stärksten Besitzerbewertung (8,8/10 aus 14 Coolblue-Rezensionen), obwohl Nextbase den Sensor nicht nennt und die Kamera nur vorn aufzeichnet. Die Viofo A329S 2CH ist die am besten spezifizierte Kamera im Ranking – beide STARVIS-2-Sensoren genannt, 4K mit 60 fps, Karten bis 512 GB plus SSD-Unterstützung und eine angegebene Stromaufnahme beim Parken – und die richtige Wahl für alle, die Front und Heck wollen und das HK6-Festeinbau-Kit dazukaufen. Die Nextbase 522GW und die Nordväl DC202-2CH sind die Preis-Leistungs-Tipps, Letztere als günstigstes Front-Heck-4K-Set mit beiliegender Karte. Die BlackVue Elite 10-2CH ist die Cloud-fähige Premium-Option für 750 € plus LTE-Hardware. Egal, welche Sie wählen: nach der Betriebstemperatur fragen, eine High-Endurance-Karte und ein Festeinbau-Kit einplanen und die Regeln in den Ländern prüfen, in denen Sie fahren.

Auflösung entschlüsselt

4K auf dem Karton ist nicht alles: Sensor, Bildrate und Bitrate

Jede Kamera in diesem Vergleich wirbt mit einer Auflösung, doch die Auflösung allein entscheidet nicht, ob man nachts ein Kennzeichen lesen kann. Drei andere Werte zählen: der Bildsensor, die Bildrate und die Bitrate. Nur die ersten beiden werden manchmal angegeben, die dritte nannte keiner der Hersteller, deren Seiten wir lesen konnten.

Der Sensor bestimmt, wie viel Licht jedes Pixel erreicht. Viofo nennt als einziger Hersteller hier beide Sensoren mit Größe: einen IMX678 mit 1/1,8 Zoll vorn und einen IMX675 mit 1/2,8 Zoll hinten bei der A329S. Den Frontsensor der BlackVue Elite 10 (IMX678) nennt Coolblue, ebenso den IMX415 bei Nordväl. Nextbase, Garmin und Mio nannten auf den gelesenen Seiten keinen Sensor; Kenwood gibt nur „8,4-Megapixel-CMOS“ an.

Die Bildrate zählt bei schnellen Szenen: 60 fps liefern doppelt so viele Bilder wie 30 fps, um ein vorbeifahrendes Kennzeichen einzufrieren. Nur die Viofo A329S (4K60) und die Nextbase 622GW (1080p120, 1440p60) nennen höhere Raten bei ihren Hauptauflösungen.

KameraFrontsensorHöchster Frontmodus
Viofo A329S 2CHIMX678, 1/1,8"4K 60 fps
BlackVue Elite 10-2CHIMX6784K 30 fps
Nordväl DC202-2CHIMX4154K 30 fps
Kenwood DRV-A610W8,4-MP-CMOS4K 30 fps
Nextbase 622GWNicht angegeben4K 30 fps
Nextbase 522GWNicht angegeben1440p 30 fps
Garmin Mini 3Nicht angegeben1080p 30 fps

HDR beanspruchen Viofo (beide Kanäle), BlackVue (vorn) und Kenwood (HDR und WDR). Keiner nennt, wie viel Dynamikumfang dadurch gewonnen wird, abgesehen von Viofos eigenem Vergleich von etwa 2,5-mal gegenüber STARVIS der ersten Generation.

Hitze und Strom

Superkondensator oder Akku – und der fehlende Temperaturbereich

Eine Dashcam sitzt hinter der Windschutzscheibe, im Sommer einer der heißesten Orte im geparkten Auto. Deshalb lohnt der Blick auf die Art der Stromreserve und die angegebene Betriebstemperatur: Lithium-Ionen-Akkus sind hitzeempfindlich, weshalb viele Dashcam-Hersteller stattdessen einen Superkondensator verwenden, der nur genug Ladung halten muss, um beim Abschalten die letzte Datei zu schließen.

Das auffälligste Ergebnis dieses Rankings: Keine der zehn Seiten, die wir lesen konnten, nannte die Art der Stromreserve oder den Betriebs- und Lagertemperaturbereich. Das gilt auch für die ausführlichsten Datenblätter hier, von Viofo und Kenwood. Wir haben diese Werte deshalb bei jedem Produkt als „nicht angegeben“ markiert, statt sie aus älteren Modellen oder Testberichten zu übernehmen.

Was das für Käufer bedeutet:

  • Vor dem Kauf die Betriebstemperatur in der Anleitung oder im vollständigen Datenblatt auf der Herstellerseite suchen. Kann der Hersteller sie nicht nennen, ist das ein Risiko beim Parken im Sommer.
  • Eine Kamera ohne Display wie die Garmin Mini 3 oder die Nordväl DC202-2CH ist unauffälliger und hat weniger Teile, sagt aber für sich genommen nichts über Hitzefestigkeit aus.
  • Der Parkmodus hält die Kamera in Betrieb, während das Auto in der Sonne steht. Wer ihn nutzen will, für den zählt der Temperaturbereich mehr, nicht weniger.

Veröffentlicht ein Hersteller diese Werte später, ergänzen wir sie. Bis dahin steht der fehlende Temperaturbereich bei jedem Produkt unter den Nachteilen, denn genau diese Zahl würde ein europäischer Fahrer in Sevilla oder auf Sizilien vor dem Kauf wissen wollen.

Versteckte Kosten

Parkmodus, Festeinbau-Kits, Speicherkarten und Cloud-Abos

Der Preis auf dem Karton ist selten der Endpreis. Der Parkmodus – Aufzeichnung bei abgestelltem Motor – braucht meist Dauerstrom aus dem Sicherungskasten, also ein Festeinbau-Kit. Von den Kameras hier gibt nur BlackVue an, dass bei der DR590X-2CH Plus ein Festeinbau-Kabel beiliegt. Viofo braucht für den Hybrid-Parkmodus der A329S das Kit HK6, Kenwood für die DRV-A610W das CA-DR1130, und Coolblue führt bei der Garmin X310 und der Nordväl DC202-2CH kein Festeinbau-Kit. Viofo nennt als einziger Hersteller eine Stromaufnahme: unter 40 mA bei 12,6 V im Stromsparmodus.

Speicherkarten sind der zweite Kostenpunkt. Die Schleifenaufnahme überschreibt die Karte ständig, daher empfehlen Hersteller High-Endurance- oder U3-Karten. Die Maximalgrößen unterscheiden sich stark:

Max. microSDKameras
128 GBNextbase 622GW, 522GW
256 GBKenwood DRV-A610W, Mio 956W Dual, Nordväl DC202-2CH
512 GBViofo A329S (plus SSD bis 4 TB), Garmin Mini 3, Garmin X310, BlackVue DR590X
1 TBBlackVue Elite 10-2CH

Kenwood nennt als einziger Hersteller die Aufnahmezeit pro Kartengröße: 64 GB fassen 240 Minuten seines 4K-Materials. Karten liegen den Sets von BlackVue, Kenwood und Nordväl bei; bei der Garmin Mini 3 nennt Coolblue keine.

Der dritte Kostenpunkt ist der Fernzugriff. Die BlackVue Elite 10-2CH erreicht ihre Cloud über ein optionales LTE Connectivity Module (135,99 USD im US-Shop von BlackVue) oder einen separaten Hotspot; für die DR590X erwähnt BlackVue 5 GB kostenlose Cloud-Sicherung mit BlackVue-Cloud-Konto. Ein Mobilfunktarif kommt gegebenenfalls hinzu.

Rechtslage

Sind Dashcams in Europa erlaubt? Das hängt vom Land ab

Es gibt keine einheitliche EU-Regel, die Dashcams erlaubt oder verbietet, und die Lage unterscheidet sich zwischen den Mitgliedstaaten. Gemeinsam ist die Datenschutz-Grundverordnung. Art. 2 Abs. 2 lit. c DSGVO nimmt die Verarbeitung „durch natürliche Personen zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten“ aus, und Erwägungsgrund 18 erläutert, dass solche Tätigkeiten „ohne Bezug zu einer beruflichen oder wirtschaftlichen Tätigkeit“ sind.

Der Gerichtshof legt diese Ausnahme eng aus. Im Fall Ryneš (C-212/13, Urteil vom 11. Dezember 2014) entschied er, dass eine von einer Privatperson an ihrem Einfamilienhaus angebrachte Kamera, die auch einen öffentlichen Raum überwachte, keine Verarbeitung zur Ausübung ausschließlich persönlicher oder familiärer Tätigkeiten war. Eine Dashcam, die öffentliche Straßen filmt, ist in einer ähnlichen Lage, sodass nationale Datenschutzbehörden ihren Einsatz als DSGVO-relevant einstufen können. Gilt die DSGVO, braucht die Aufzeichnung eine Rechtsgrundlage, typischerweise berechtigte Interessen nach Art. 6 Abs. 1 lit. f, die gegen die Rechte der gefilmten Personen abzuwägen sind.

Die Leitlinien 3/2019 des Europäischen Datenschutzausschusses zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch Videogeräte legen den gemeinsamen Ansatz für Videogeräte dar. Den vollständigen Text der Leitlinien konnten wir bei dieser Recherche nicht öffnen und zitieren ihn daher nicht.

Nationale Behörden und Gerichte wenden diese Regeln unterschiedlich an. Das Urteil des Bundesgerichtshofs VI ZR 233/17 ist in Deutschland der Referenzfall zur Verwertung von Dashcam-Aufnahmen als Beweismittel; die Website des Gerichts konnten wir nicht öffnen, daher fassen wir es nicht zusammen. Die französische CNIL, die spanische AEPD, die niederländische Autoriteit Persoonsgegevens und die österreichische Datenschutzbehörde veröffentlichen jeweils eigene Hinweise; ihre Seiten ließen sich bei dieser Recherche nicht öffnen.

Praktische Folgerungen aus dem DSGVO-Text: kurze Schleifenaufnahme und ereignisgesteuertes Speichern statt alles aufzubewahren, keine Aufnahmen mit erkennbaren Personen oder Kennzeichen online stellen und die Regeln des Landes prüfen, in dem man fährt, nicht nur die des Heimatlandes.

Marketing entschlüsselt

Was Dashcam-Versprechen wirklich bedeuten und was nicht angegeben wird

Dashcam-Angebote mischen messbare Daten mit Marketingnamen. Diese Tabelle übersetzt die gängigen Versprechen auf den gelesenen Seiten.

VersprechenWas es bedeutetWas prüfen
„4K“Aufzeichnung mit 3840×2160 PixelnBildrate bei 4K und Sensorgröße
„STARVIS 2“Sonys Low-Light-Sensorfamilie der zweiten GenerationWelches Modell und welche Größe (IMX678 1/1,8" vs. IMX675 1/2,8")
„HDR“Kombiniert Belichtungen für helle und dunkle BereicheAuf welchem Kanal, bei welcher Auflösung
„Parkmodus“Aufzeichnung bei abgestelltem MotorOb ein Festeinbau-Kit nötig ist und wie viel Strom er zieht
„Cloud“Fernzugriff auf AufnahmenKosten für LTE-Modul und Datentarif
„Nachtsicht“Bildverarbeitung bei wenig Licht, kein InfrarotGenannter Sensor und Blende

Über zehn Produkte hinweg fehlten am häufigsten: Betriebstemperatur (0 von 10), Art der Stromreserve (0 von 10), Bitrate (0 von 10) und der Bildsensor (fehlt bei Nextbase, Garmin und Mio). Die besten veröffentlichten Daten kamen von Viofo und Kenwood.

Auch unabhängige Tests sind rar. Which? gibt an, 33 Dashcams auf einer festen Strecke getestet zu haben – bewertet wurden Tag- und Nachtaufnahmen, Bedienung, Ton und Funktionen – und vergab an 11 Modelle wegen Sicherheitsbedenken ein Don't Buy; die Modellergebnisse liegen hinter einer Bezahlschranke, daher haben wir sie nicht verwendet. Dashcam-Ergebnisse von ADAC oder Stiftung Warentest konnten wir bei dieser Recherche nicht öffnen. Die Note „Test“ bleibt daher bei jeder Kamera hier bei 4,5–5,0.

Methodik

So entsteht diese Bewertung

Die Bewertung ist der Mittelwert aus vier Teilbewertungen — jede wiegt gleich viel und jede stützt sich auf eine benannte Quelle. Das vollständige Verfahren beschreibt die Methodik.

  1. 01Zusammensetzung und Spezifikation

    Deklarierte Zusammensetzung und Spezifikation: Wirkstoffe und ihre Konzentrationen, Energieeffizienzklassen, Normen, technische Parameter – und das, was der Hersteller verschweigt.

  2. 02Belege und Studien

    Abgleich der Herstellerangaben mit externen Quellen: Laborberichte, Branchentests, Sicherheitsdatenblätter, Zertifikate und behördliche Entscheidungen.

  3. 03Rückmeldungen von Nutzern

    Auswertung verifizierter Bewertungen, die nach längerer Nutzung verfasst wurden, zusammen mit wiederkehrenden Fehlermeldungen zum Modell oder zur Baureihe.

  4. 04Kosten und Gegenwert

    Der Preis im Verhältnis zu dem, was das Produkt tatsächlich leistet, zuzüglich später anfallender Kosten – Verbrauchsmaterial, Energie, Wartung, Abonnements – über die für die Kategorie typische Lebensdauer.

FAQ

Häufige Fragen

Ist eine Dashcam in der EU erlaubt?

Eine EU-weit einheitliche Antwort gibt es nicht. Die DSGVO gilt in allen Mitgliedstaaten, und das Ryneš-Urteil des Gerichtshofs (C-212/13) zeigt, dass das Filmen des öffentlichen Raums nicht automatisch eine rein persönliche Tätigkeit ist. Nationale Behörden und Gerichte wenden die Regeln unterschiedlich an, prüfen Sie also das Land, in dem Sie fahren.

Darf ich Dashcam-Aufnahmen online stellen?

Die Haushaltsausnahme der DSGVO deckt rein persönliche Tätigkeiten. Die Veröffentlichung von Aufnahmen mit erkennbaren Personen oder Kennzeichen geht nach den meisten Lesarten darüber hinaus; verpixeln oder privat halten und nur bei Bedarf an Polizei oder Versicherung weitergeben.

Lohnt sich 4K bei einer Dashcam?

Es kann beim Lesen von Kennzeichen helfen, aber Sensor, Bildrate und Bitrate zählen ebenso. Die Viofo A329S kombiniert 4K mit 60 fps und einem genannten 1/1,8-Zoll-Sensor; mehrere 4K-Kameras hier nennen ihren Sensor gar nicht.

Brauche ich ein Festeinbau-Kit?

Nur für einen Parkmodus, der bei abgestelltem Motor läuft. Viofo (HK6), Kenwood (CA-DR1130) und andere verkaufen es separat; BlackVue gibt an, dass der DR590X-2CH Plus ein Festeinbau-Kabel beiliegt.

Welche Speicherkarte sollte ich kaufen?

Eine High-Endurance-Karte innerhalb der Grenze der Kamera: 128 GB für die Nextbase-Modelle hier, 256 GB für Kenwood, Mio und Nordväl, 512 GB für Viofo, Garmin und die BlackVue DR590X und bis 1 TB für die BlackVue Elite 10-2CH. Kenwood empfiehlt U3.

Superkondensator oder Akku?

Bei Hitze gelten Superkondensatoren allgemein als die bessere Wahl, doch keine der zehn gelesenen Seiten nannte die Art der Stromreserve oder die Betriebstemperatur. Wer in praller Sonne parkt, sollte vor dem Kauf beim Hersteller nachfragen.

Brauchen Dashcams ein Abo?

Für die lokale Aufzeichnung nicht. Für die Cloud-Ansicht schon: Die BlackVue Elite 10-2CH braucht ein optionales LTE-Modul oder einen Hotspot plus mobile Daten.

Wurden diese Kameras unabhängig getestet?

Which? hat 33 Dashcams getestet und 11 wegen Sicherheitsmängeln als Don't Buy markiert, die Modellergebnisse sind aber kostenpflichtig. Ergebnisse von ADAC oder Stiftung Warentest konnten wir nicht öffnen, daher wird hier keine unabhängige Note zitiert.

Quellen

Dokumente und Normen

  1. 1. Viofo — dash cam range — https://www.viofo.com/en/
  2. 2. Viofo A329S 2CH product page — https://www.viofo.com/products/viofo-a329s-2ch-4k-60fps-2k-hdr-dash-cam-with-sony-starvis-2-sensor
  3. 3. Viofo A229 Pro 2CH product page (HK4 kit, card advice) — https://www.viofo.com/products/viofo-a229-pro-2ch-front-and-rear-4k-2k-hdr-dual-dash-cam-with-sony-starvis-2-sensors
  4. 4. Nextbase 622GW product page — https://nextbase.com/dash-cams/622gw-dash-cam/
  5. 5. Nextbase 522GW product page — https://nextbase.com/dash-cams/522gw-dash-cam/
  6. 6. BlackVue Elite 10-2CH product page — https://blackvue.com/products/elite-10-2ch
  7. 7. BlackVue DR590X-2CH Plus product page — https://blackvue.com/products/dr590x-2ch-plus
  8. 8. Kenwood Europe dash cam range — https://www.kenwood.eu/car/dashcam/
  9. 9. Kenwood DRV-A610W product page — https://www.kenwood.eu/car/dashcam/dashboardcamera/DRV-A610W/
  10. 10. Coolblue — dash cam category, prices and ratings — https://www.coolblue.nl/dashcams
  11. 11. Coolblue — Viofo A329S 2CH — https://www.coolblue.nl/product/978336
  12. 12. Coolblue — Nextbase 622GW — https://www.coolblue.nl/product/869757
  13. 13. Coolblue — Nextbase 522GW — https://www.coolblue.nl/product/834566
  14. 14. Coolblue — Nordväl DC202-2CH 64GB — https://www.coolblue.nl/product/934815
  15. 15. Coolblue — Garmin Dash Cam Mini 3 — https://www.coolblue.nl/product/954110
  16. 16. Coolblue — Garmin Dash Cam X310 — https://www.coolblue.nl/product/954113
  17. 17. Coolblue — BlackVue Elite 10-2CH 64GB — https://www.coolblue.nl/product/977919
  18. 18. Coolblue — Mio MiVue 956W Dual — https://www.coolblue.nl/product/975576
  19. 19. Coolblue — BlackVue DR590X-2CH Plus 32GB — https://www.coolblue.nl/product/959006
  20. 20. Coolblue — Kenwood DRV-A610W — https://www.coolblue.nl/product/951721
  21. 21. Which? — dash cam reviews and test method — https://www.which.co.uk/reviews/dash-cams
  22. 22. EUR-Lex — Regulation (EU) 2016/679 (GDPR) — https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:32016R0679
  23. 23. EUR-Lex — CJEU C-212/13 Ryneš, 11 December 2014 — https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:62013CJ0212
  24. 24. EDPB — Guidelines 3/2019 on processing of personal data through video devices — https://www.edpb.europa.eu/our-work-tools/our-documents/guidelines/guidelines-32019-processing-personal-data-through-video_en

Grundsätze

Der Hersteller behauptet.
Wir prüfen, was die Belege sagen.

Jede Rangliste folgt demselben Protokoll: Analyse von Zusammensetzung und Spezifikation, Abgleich der Herstellerangaben mit verfügbaren Studien, Auswertung geprüfter Nutzerbewertungen und Bewertung des Preises im Verhältnis zur tatsächlichen Leistung.

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